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Hintergrundinformationen zu sexualisierter Gewalt im Sport

Die hier zusammengefassten Hintergrundinformationen zu sexualisierter Gewalt im Sport finden Sie zudem ausführlich im

pdf dsj Handlungsleitfaden "Safe Sport" (3.05 MB)

Unter dem Begriff sexualisierte Gewalt fassen wir alle Handlungen zusammen, die der Machtausübungen mit dem Mittel der Sexualität dienen. Darunter fallen sowohl Handlungen mit als auch ohne Körperkontakt und grenzverletzendes Verhalten.

Die Erscheinungsformen von sexualisierter Gewalt im Sport sind vielseitig:

  • Verbale/gestische Übergriffe und sexistische Sprüche
  • Grenzverletzung bei Kontrolle der Sportkleidung
  • Fotografieren von Sportler/-innen mit körperlicher Behinderung zur eigenen Befriedigung sexueller Bedürfnisse
  • Übergriffe bei der Hilfestellung (z.B. als Versehen getarnte Berührungen im Intimbereich)
  • Verletzungen der Intimsphäre durch Eindringen in Umkleiden und Duschen
  • sexueller Missbrauch

In der engen Definition geht es um sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung (sexueller Missbrauch), also um erzwungene sexuelle Handlungen, die im Strafgesetzbuch (StGB) §177 definiert sind.

Alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft, sozialen Schichtzugehörigkeit, sexuellen Orientierung und gesundheitlichen Situation, haben ein Recht auf Unversehrtheit und Schutz im Sport.

Die Forschung zeigt, dass es bestimmte Gruppen von Kindern und Jugendlichen gibt, die häufiger als andere Gruppen von sexualisierte Gewalt im Sport betroffen sind.

Zu den Risikogruppen für sexualisierte Gewalt im Sport zählen:

  • Mädchen und jung Frauen
  • Sportler*innen mit nicht-hetero-sexueller Orientierung
  • Sportler*innen mit körperlicher, geistiger Behinderung oder seelischer Beeinträchtigung
  • Unbegleitete minderjährige Geflüchtete und Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten

Kinder und Jugendliche mit körperlicher, geistiger Behinderung oder seelischer Beeinträchtigung sind von allen Misshandlungsformen häufiger betroffen als Gleichaltrige ohne Behinderung bzw. Beeinträchtigung. Sexueller Missbrauch tritt hier etwa dreimal häufiger auf als bei Heranwachsenden ohne Behinderung.

Kinder und Jugendliche mit Behinderung haben oft einen individuellen Assistenzbedarf, aus dem sich eine starke Abhängigkeit gegenüber anderen entwickeln kann. Diese Bedürftigkeit kann missbraucht werden und erhöht das Risiko, Opfer von Gewalt zu werden.

Insgesamt ist die Dunkelziffer aller Delikte gegen Menschen mit Behinderung sehr hoch, da es für Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene mit Behinderung schwieriger sein kann, sich mitzuteilen und das Geschehene anzuzeigen.

In der Studie »Safe Sport« wurden auch Athlet*innen mit körperlicher Behinderung einbezogen. Es zeigen sich jedoch in dieser Studie keine signifikanten Unterschiede in der Gewaltbetroffenheit von Athlet*innen mit und ohne körperliche Behinderung. Sportler*innen mit geistigen oder Mehrfachbehinderungen wurden bisher in Deutschland noch nicht systematisch im Hinblick auf ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt untersucht.

Ein besonderes und kaum bekanntes Problemfeld sexualisierter Gewalt im Sport kann Athlet*innen mit Behin-derungen betreffen. Sogenannte Amelotatisten fühlen sich insbesondere von Mädchen und Frauen mit Amputa-tionen sexuell angezogen. Männer (selten Frauen) mit dieser Ausrichtung suchen ganz gezielt Gelegenheiten, sich Mädchen und Frauen mit fehlenden Gliedmaßen zu nähern. Im Behindertensport mischen sie sich zum Beispiel bei Wettkämpfen unter das Publikum, um dort Foto- und Videomaterial zu erstellen. Die Athlet*innen werden mitunter durch anonyme Briefe und Anrufe verfolgt bzw. in entsprechenden Internetforen zur Schau gestellt. Für Sportler*innen mit Amputationen stellt diese Form der sexualisierten Gewalt eine erhebliche Einschränkung dar, denn sie werden auf ihre vermeintliche Unvollständigkeit reduziert.

Betroffene sexualisierter Gewalt fühlen oftmals Scham, Hilflosigkeit und Ohnmacht. Es ist schwer für sie, das Geschehene einzuordnen und damit umzugehen. Die meisten Kinder und Jugendlichen offenbaren sich zudem nicht direkt, wenn sie Gewalt erlebt haben. Sie teilen sich über andere, subtilere Wege mit. Es gibt daher keine eindeutigen und spezifischen Anzeichen bzw. Symptome, an denen Außenstehende sexualisierte Gewalterfahrungen erkennen können, da diese immer individuell verarbeitet werden.

Mögliche Symptome, die aber auch auf andere Ursachen zurückgeführt werden können, sind:

  • Konzentrationsstörungen
  • extreme Müdigkeit
  • übertriebene Wachsamkeit
  • Schreckreaktionen
  • Reizbarkeit und Wutausbrüche
  • Rückzug von Aktivitäten und Vermeidungsverhalten
  • extremes Leistungsverhalten
  • häufige „geistige Abwesenheit“ und auffällige „Erinnerungslücken“
  • Suchttendenzen (Computer, Essen, Alkohol, Drogen etc.

Nehmen Trainer*innen oder Betreuer*innen in Sportvereinen solche Verhaltensauffälligkeiten bei jungen Menschen wahr, ist es hilfreich, wenn sie ihre Hilfe aktiv anbieten und ggf. professionelle externe Beratung hinzuziehen.

  • Körperzentrierung und Notwendigkeit von Körperkontakten
  • Spezifische Sportbekleidung
  • Umzieh- und Duschsituationen
  • Logistische Rahmenbedingungen
  • Abgeschirmte Situationen
  • Rituale
  • Niedrigschwelliger Zugang
  • Kompetenz- und Altersgefälle
  • Geschlechterverhältnisse und -rollen
  • Leistungsorientierung, Disziplinierung und Fremdbestimmung

 

Ansprechpartner*innen

Folgende Personen stehen im Fall eines Verdachtes oder einer Mitteilung im Feld „sexualisierter Gewalt“ als vertrauliche Ansprechpartner*innen des WBRS zur Verfügung sowie koordinieren die Umsetzung der Maßnahmen des Verbandes in dem Themenfeld:

 

Für das Präsidium:

Kristine Eberle

Fachwartin Kinder und Jugend

jugend@wbrs-online.net


Hauptamtliche Ansprechpartnerin:

Barbara List

Projektleiterin HMS

Ansprechpartnerin Inklusion

b.list@wbrs-online.net

+49(0)711 - 280 77 625

 

 

Hilfetelefon sexueller Missbrauch

Telefon.: 0800-22 55 530 (kostenfrei & anonym)
Sprechzeiten: Mo., Mi., Fr. 9.00-14.00 Uhr / Di., Do. 15.00-20.00 Uhr
Das „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“ ist die bundesweite, kostenfreie und anonyme Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Gewalt, für Angehörige sowie Personen aus dem sozialen Umfeld von Kindern, für Fachkräfte und für alle Interessierten.

Hilfeportal sexueller Missbrauch

Website: www.hilfeportal-missbrauch.de Das Hilfeportal informiert Betroffene, ihre Angehörigen und andere Menschen, die sie unterstützen wollen. Die bundesweite Datenbank zeigt, wo es in der eigenen Region Hilfsangebote gibt.

Nummer gegen Kummer

Website: www.nummergegenkummer.de (Onlineberatung) „Nummer gegen Kummer“ hat es sich zum Ziel gesetzt, für alle Kinder und Jugendlichen, ihre Eltern und andere Erziehungspersonen ein schnell erreichbares Gesprächs- und Beratungsangebot in Deutschland zu etablieren.

Kinder- und Jugendtelefon:

  • Telefon: 116111 (kostenfrei & anonym)
  • Sprechzeiten: Mo.-Sa. 14.00-20.00 Uhr

Elterntelefon:

  • Telefon: 0800-1110550 (kostenfrei & anonym)
  • Sprechzeiten: Mo.-Fr. 09.00-11.00 Uhr/ Di., Do. 17.00-19.00 Uhr


N.I.N.A.

Website: www.nina-info.de „N.I.N.A“ steht für Nationale Infoline, Netzwerk und Anlaufstelle zu sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen. Hervorgegangen aus einer Initiative des ehemaligen Bundesvereins zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen e.V., setzt sich N.I.N.A. seit 2005 dafür ein, den Schutz von Mädchen und Jungen zu verbessern. Über www.save-me-online.de bietet N.I.N.A. seit 2010 zudem spezialisierte Online-Beratung für ältere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an.

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

Website: www.hilfetelefon.de
Telefon: 08000-116 016
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist das erste bundesweite Beratungsangebot für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Unter der Nummer und via Online-Beratung können sich Betroffene, aber auch Angehörige, Freunde sowie Fachkräfte anonym und kostenfrei beraten lassen. Eine Beratung in Deutsche Gebärdensprache sowie (www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon/beratung/beratung-in-gebaerdensprache) sowie in Leichter Sprache (www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon/beratung/leichte-sprache) ist möglich.

SUSE

Website: www.suse-hilft.de Frauen und Mädchen mit Behinderungen erleben oft Gewalt. Hier finden Sie Fachleute und Hilfe in ganz Deutschland. Wenn Sie Gewalt erlebt haben oder sich schützen wollen. Eine Beratung in Deutscher Gebärdensprache (www.frauen-gegen-gewalt.de/de/deutsche-gebaerdensprache.html) sowie in Leichter Sprache (www.frauen-gegen-gewalt.de/de/leichte-sprache/startseite.html) ist möglich.

Kein Täter werden!

Website: www.kein-taeter-werden.de Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ bietet ein an allen Standorten kostenloses und durch die Schweigepflicht geschütztes Behandlungsangebot für Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen und deshalb therapeutische Hilfe suchen.

Was geht zu weit?

Website: www.was-geht-zu-weit.de Informationen für junge Menschen rund um die Themen Dating, Liebe, Respekt und Grenzüberschreitungen. Hier gibt es Tipps und interaktive Elemente wie Podcasts und einen Videoclip. Außerdem können Betroffene hier nach speziellen Beratungsstellen suchen, wenn sie dringend Hilfe brauchen.

Chatten ohne Risiko

Website: www.chatten-ohne-risiko.net Chatten ohne Risiko ist ein Angebot von Jugendschutz.net zum Thema Online-Kommunikation. Hier finden sich unter anderem Tipps zum Umgang mit Cybermobbing und Belästigung. Es gibt dort auch ein kostenloses, anonymes Beratungsangebot.

Prävention sexualisierter Gewalt

Der WBRS strebt in seinen Verbands- und Vereinsstrukturen die Schaffung eines geschützten Raumes an, in dem Menschen mit Behinderung durch Bewegung, Spiel und Sport ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen fördern können und der Schutz der (sexuellen) Integrität von allen gewahrt wird.

Der WBRS toleriert keine Gewalt von Seiten der Trainer*innen, Übungsleiter*innen, Vereinsverantwortlichen oder anderer Personen im Umfeld der Verbände und Vereine, unabhängig davon, ob sie körperlicher, seelischer oder sexueller Art ist. Dies schließt die Gewalt unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ausdrücklich mit ein.

 

Unter dem Begriff sexualisierte Gewalt fassen wir alle Handlungen zusammen, die der Machtausübungen mit dem Mittel der Sexualität dienen.

In der engen Definition geht es um sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung (sexueller Missbrauch), also um erzwungene sexuelle Handlungen, die im Strafgesetzbuch (StGB) (§177) definiert sind.

In der weiten Definition zählen dazu, z.B.:

  • Sexistische Witze
  • Beschimpfungen und Bedrohungen in der Schule, am Arbeitsplatz, auf der Straße, im Wohnheim usw.
  • Voyeristische & exibitionistische Handlungen
  • Zeigen pornographischer Bilder und Videos
  • Zwangsprostitution
  • Unerwünschte Berührungen intimer Körperbereiche

Herzlich willkommen im Jugend-Bereich

Um der Jugend ‚eine Stimme‘ zu geben suchen wir motivierte sportinteressierte Personen bis 26 Jahre die sich ehrenamtlich engagieren möchten.

Egal mit welchen Vorerfahrungen, ob du im Breiten- oder Leistungssport aktiv bist, wir möchten gemeinsam mit dir was bewirken und die Jugend stärken.

 

Ziele des Juniorenteams:

  • Möglichkeit zur Gestaltung des Verbands-/Vereinslebens
  • Initiierung von lokalen und landesweiten Projekten
  • Gewinnung neuer Zielgruppen
  • Interessensvertretung gegenüber Vorstand/Verband/Verein
  • Entwicklung neuer Ideen für den Verein/Verband
  • Instrument zur Engagementförderung und Bindung an den Verband/Verein
  • Instrument für echte Jugendbeteiligung und Partizipation
  • Förderung der verbands-/vereinspolitischen Wirksamkeit
  • Erhalt und Verjüngung eines Verbandes/Vereins
  • Rekrutierung von Nachwuchsführungskräften
  • Aus-und Fortbildung von jungen Engagierten
  • Ideen des Juniorteams nutzen, um Jugendprojekte „jugendgerechter“ zu gestalten
  • Verbreitung der „Botschaften/Ideen“ des Verbandes/Vereins
  • Junge Menschen erwerben wichtige Schlüsselkompetenzen – für das Studium, die Ausbildung, den Beruf und für das Leben
  • Junge Menschen setzen sich mit dem respektvollen Umgang miteinander und Werten auseinander
  • Junge Menschen erlernen Tools zum Projektmanagement u.v.m.

 

Uns ist wichtig, dass

Jede*r dabei sein kann und jede*r einfach kommen kann

Du kannst dabei sein

Du kannst einfach kommen

 

Begleitet wird unser Team von Kristine. Sie ist als Jugendfachwartin ehrenamtlich für den Verband tätig.

 

Mehrwert einer Beteiligung:

  • Erwerb von Schlüsselkompetenzen – für die Ausbildung / das Studium, den (späteren) Beruf und das Leben, z.B. Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Verhandlungsgeschick, Strategieentwicklung
  • Umgang mit Konflikten
  • Selbsterfahrung und Erfahrung im Umgang mit Anderen
  • Gewinn neuer Perspektiven
  • Austausch mit Gleichgesinnten zu verschiedenen Themen
  • Initiierung und Planung eigener Projekte
  • Kennenlernen eigener Stärken und Potenziale
  • Beteiligung an verschiedenen Projekten und Gestaltungs-/Entscheidungsprozessen
  • Erwerb von Techniken zur Selbstorganisation
  • Lernen und Arbeiten im Team: Aufgabenverteilung und effizientes Arbeiten
  • Persönlichkeitsentwicklung durch situatives Handeln, das Lösen von Aufgaben sowie durch die Interaktion mit Anderen
  • Übernahme von Verantwortung
  • Steigerung des Selbstvertrauens durch die erzielten Erfolge im Juniorteam
  • Umgang mit Niederlagen
  • Die Juniorteammitglieder werden ernst genommen und bewirken etwas durch ihr Handeln
  • Alle Fragen und Themen, die das Juniorteam interessieren, werden aufgegriffen: soziale Medien, Schutz von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf sexualisierte Gewalt, sportliche Wettkämpfe, Turniere, Challenges, Kunst und Kultur, …
  • Individuelle Begleitung und qualifizierte Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Möglichkeit der Mitarbeit oder Beteiligung in Gremien des Sportverbandes/-vereins
  • Kennenlernen möglicher Karrierewege im Sportverband/-verein

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Der Württembergische Behinderten- und Rehabilitationssportverband e.V. (WBRS) ist gemeinnützig tätig.

Daher freuen wir uns, wenn Sie uns mit einer Spende unterstützen und dadurch die Arbeit des WBRS im Bereich des Behindertensports fördern!

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