Karate: Overall World Champion im Para Martial Arts

Drei Turniere an einem Tag und ein festliches Bankett ist nur online möglich.

20200613 AHaubennestelAm 13. Dezember wurde von I-Karate-Global in Belgien, MKA - Meridiane Karate Allianz auf Malta, WMAC - Word Martial Arts Comitee in Österreich Turniere und ein Bankett bei den SMA - Sport Martial Arts in den USA angeboten und alles ganz sicher Corona frei. Eine zuvor eingesetzte Metallplatte an der Schulter wegen eines Fahrradunfalls erschwerte mir die Teilnahme erheblich. Schon vier Wochen zuvor beim Saison Finale der besten Drei, konnte ich zwar Kyle Chambers deklassieren, musste aber zwar jeweils nur um ein Zehntel Patricia Wright fünf Mal ziehen lassen. Sie ist eine erfolgreiche Para Karateka, die mehrfache Weltmeisterin bei verschiedenen Verbänden ist, unter anderem beim WKF - World Karate Federation der vom IOC - Internationale Olympische Komitee anerkannten ist und darum wird Karate bei den olympischen Spielen in Tokio dabei sein. Nur ein einziges Mal konnteich mich bei den Creative Formen durchsetzen und damit konnte ich als einzigster Overall World Champion werden. Diesen Titel konnte man nur erzielen, wenn man Saison Sieger war und beim Finale der drei Besten gewinnt. Da ich bei allen sechs Para Kategorie mit Abstand der erste war, konnte nur ich den Titel erringen. Fast wäre ich an Patricia gescheitert, die bei den Turnieren zuvor, nicht mehr gegen mich angetreten ist. Man kann nur vermuten, dass ihr die deutlichen Niederlagen zugesetzt haben. Es stellte sich als ein knappes Unterfangen heraus. Gezwungen auf Grund der Bewegungseinschränkungen und den Schmerzen musste ich meine Formen vom Ablauf umstellen, dadurch fehlte die Routine, der Bewegungsablauf musste darunter leiden und letztendlich die Qualität. Aber was sollst's. Hauptsache einmal Overall World Champion. Das System der drei Turnieren am Wochenende ist ganz einfach erklärt. Man läuft seine Form an einer geeigneten Stelle und filmt sich dabei. Die geeignete Stelle ist meine Streuobstwiese, die vom Untergrund nicht besonders geeignet ist, weil die Stände im Allgemeinen bzw. die Einbeinstände im besonderen, die sehr viel Gleichgewicht benötigen, leiden. Formenlaufen mit angezogener Handbremse, um die Scherzen zu ertragen, machte es nicht besser. Ich hätte ja auf Bildmaterial vergangener Tage zurück greifen können, aber dazu bin ich zu ehrlich und wer den Budosport lebt, hält sich an den Kodex. Bei der I-Karate WM reichte es nur zum undankbaren 4. Platz, bei der Q-Gallenge der MKA konnte ich mich erstaunlicherweise gegen halb so alte Karatekas durchsetzen und den ersten Platz erzielen. Beim WMAC Turnier reichte es jeweils zu zwei zweiten und zwei ersten Plätze. Vor Gericht und hoher See ist man in Gottes Hand. So kam ich mir dieses Wochenende auch vor und haderte mit Entscheidungen, aber ich akzeptiere die Wertungen der Kampfrichter, ohne sie könnten wir nicht antreten.

„Für mich gibt es schlimmeres. Ich will es mal die Tücken des Siegens nennen.“ Es gibt so banale Sachen, wie dass man seine Leistung beim Wettkampf nicht abrufen kann. Kommt vor, ist nicht schön. Aber wie es so schön heißt: „Aufstehen, Mund abputzen und weiter geht es.“ Es kommt vor, dass man verliert, solange die Quote stimmt, ist alles noch in Ordnung. Macht kein Spaß. Gehört aber dazu. Der Frustfaktor darf nicht zu hoch sein. Nur wer durchhält und weitermacht kann auch gewinnen. Schlimmer sind so Dinge, dass man verschiedst wird. Kommt leider zu oftvor. Es gibt verschiedene Gründe. Bei einem finanzielle Hintergrund habe ich in gewissermaßen noch Verständnis. Wenn ein Bus voll mit 100 Italiener zum Turnier anreist und die bringen viel Startgeld mit, kann ich an diesem Tag als Einzelkämpfer das ein oder andere Mal das Nachsehen haben. Weniger Verständnis habe ich, wenn der Kampfrichter eindeutig parteiisch ist. Der eigenen Schützling wird übervorteilt, habe ich kein Verständnis, aber es menschelt halt. Ich selbst könnte mich über so eineSieg nicht freuen. Dämlich ist, wenn der Kampfrichter nicht ausreichend Qualifiziert ist. Er stellt z.B. seinen Kampfstil über die anderen. Er hat keine ausreichenden Kenntnisse, darum kann er mit den anderen Stilen nichts anfangen. Das selbe in Grünist, wenn die Kampfrichter den Inhalt der Wettkampfordnung nicht oder nur begrenzt kennen. Um so höher sind meine Siege als Einzelkämpfer zu werten. Trotz aller Ungereimtheiten, bin ich den Kampfrichter dankbar, dass sie sich die Zeit nehmen und ihr Bestes geben, denn ohne sie könnten keine Wettkämpfe stattfinden. Was ich ebenfalls für ein fragwürdiges Verhalten sehe, ist wenn Gegner nicht antreten. Vermutlich um keine Niederlage zu kassieren, obwohl sie in der Halle auf einer anderen Matte schon aktiv waren. Ebenfalls fragwürdig sind gelistete Sportler die am Wettkampftag nicht erscheinen. Das selbe in Grün ist, dass registrierte Sportler bei Online Turniere nicht antreten. Ich kann verstehen, dass man einer Niederlage aus dem Weg gehen will, aber man beraubt sich selbst seiner Siegchance und dem Gegnereinen fairen Wettkampf. Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat verloren. Für mich ist ein kampfloser Sieg, kein Sieg. Die ganze Vorbereitung, die Entbehrungen und das hin fiebern auf den Wettkampf fällt wie ein Kartenhaus zusammen, da tröstet auch kein erster Platz. Ganz im Gegenteil man fühlt sich betrogen. Leider kam dies schon zu oft bei meinen Wettkämpfen vor, darum trete ich selbst mit einer Metallplatte in der Schulter an und gebe mein Bestes.

Text: Achim Haubennestel

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