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Anja Wicker (MTV Stuttgart), Johanna Recktenwald (Biathlon-Team Saarland) und Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg) gewinnen im polnischen Jakuszyce den Gesamtweltcup im Para Biathlon. Auch in der Mannschaftswertung triumphiert das deutsche Team. Nun folgt das Weltcup-Finale im Para Skilanglauf.
Konstanz als Erfolgsfaktor
Bei den Frauen mit Sehbehinderung ging die Kristallkugel für die Beste der Saison an Johanna Recktenwald und ihre Begleitläuferin Emily Weiss. Recktenwald gelang in Jakuszyce das Kunststück, in allen drei Rennen am Schießstand ohne Fehler zu bleiben. Den Sprint beendete sie als Zweite hinter Simona Bubenickova (Tschechien), die Sprint-Verfolgung ebenfalls als Zweite hinter Carina Edlingerova (Tschechien) und das Einzelrennen als Dritte hinter Edlingerova und Bubenickova.
Diese Konstanz hatte die in Freiburg lebende Saarländerin über die gesamte Weltcup-Saison gezeigt. Der Titel ist ihr Lohn. „Er bedeutet mir megaviel, weil es immer mein Traum war, so eine Kugel zu gewinnen“, sagte die 24-Jährige. „Es ist verrückt, dass es dieses Jahr schon geklappt hat.“ Die zweite Deutsche in ihrer Klasse, Linn Kazmaier (SZ Römerstein, mit Guide Florian Baumann), erzielte einen vierten Platz im Sprint und gewann in der Sprint-Verfolgung Bronze. Kazmaier, die im Dezember von einer starken Erkältung erheblich zurückgeworfen worden war, wertete das als positives Zeichen. „Ich bin noch ziemlich weit weg von meiner Topform, aber die Sprint-Verfolgung war schon echt gut“, sagte sie.
Die dritte deutsche Einzel-Kristallkugel gewann Anja Wicker bei den Frauen sitzend. Der 34-jährigen Stuttgarterin reichten zwei vierte und ein dritter Platz über 12,5 Kilometer für ihren bereits sechsten Gesamtweltcup-Erfolg im Para Biathlon und den dritten in Serie. „Es ist und bleibt etwas Besonderes“, sagte sie. Auch bei Wicker galt: Konstanz ist Trumpf. Sie war in dieser Saison in jedem Rennen dabei und immer mindestens Vierte; sechsmal stand sie auf dem Podium. „Ich nehme das Gefühl mit, dass meine Laufform sehr gut ist. Am Schießstand habe ich im Hinblick auf die Paralampics nach wie vor Arbeit vor mir.“ Die zweite Deutsche, Andrea Eskau (USC Magdeburg), wurde einmal Sechste und zweimal Fünfte.
Versöhnlicher Abschluss für Marco Maier
Bei den Männern in der stehenden Konkurrenz sorgte Marco Maier (SV Kirchzarten) für das beste deutsche Ergebnis. Im 12,5-Kilometer-Rennen am Sonntag landete er nach einem fehlerlosen Schießen 2,9 Sekunden hinter dem Sieger und Gesamtweltcup-Gewinner Mark Arendz (Kanada) auf dem Silberrang. „Der Abschluss war sehr, sehr wichtig“, sagte der 26-jährige Maier, der im Sprint als Fünfter und in der Sprint-Verfolgung als Elfter hinter den eigenen Ansprüchen zurückgeblieben war. Sein Vereinskollegen Alexander Ehler und Max Long beendeten ihre Rennen mit den Plätzen zehn, sieben und elf (Ehler) bzw. elf, 13 und zwölf (Long). Steffen Lehmker (WSV Clausthal-Zellerfeld) wurde in der Sprint-Verfolgung Zwölfter und im Einzel Neunter.
Der deutsche Biathlon-Chefcoach, Rolf Nuber, zog ein positives Fazit der Saison und des Weltcup-Finals, was angesichts der vierten deutschen Kristallkugel für die gewonnene Nationenwertung vor Kanada nicht überrascht. „Wir können sehr, sehr zufrieden sein und reisen mit viel Zuversicht zu den Paralympics nach Italien“, sagte Nuber. Der Saisonhöhepunkt beginnt am 6. März mit der Eröffnungsfeier, ein Tag später steht in Tesero (Val di Fiemme) im Biathlon-Sprint der erste Wettkampf an.
Zunächst einmal treten allerdings die Para Skilangläuferinnen und Para Skilangläufer zum Weltcup-Finale der Fédération Internationale de Ski (FIS) in Szklarska Poreba-Jakuszyce an. Die deutsche Mannschaft ist mit den Spezialistinnen und Spezialisten Kathrin Marchand (SC Bayer Leverkusen, Frauen stehend), Merle Menje (StTV Singen, Frauen sitzend), Sebastian Marburger (SK Wunderthausen, Männer stehend) und Max Weidner (WSV-DJK Rastbüchl, Männer stehend) sowie mit Linn Kazmaier und Florian Baumann dabei.
Der Zeitplan für das Weltcup-Finale der FIS:
Mittwoch, 28. Januar: Sprint, freie Technik
Donnerstag, 29. Januar: 10 km Einzelstart, freie Technik
Samstag, 31. Januar: 10 km Einzelstart, klassisch
Sonntag, 1. Februar: 10 km Massenstart, klassisch
Foto: IBU | Wlaźlak
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