
Während Johannes Hänle (RSKV Tübingen) schon im letzten Jahr bei den Paracycling-Weltcups in Gistel (Belgien) und Italien am Start war, war es für Konstantin Linder (TSG Söflingen) das Debüt im Weltcup.
Hänle ging beim Einzelzeitfahren geschwächt an den Start, er hatte sich am letzten Tag eines Trainingslagers auf Mallorca kurz vor dem Wettkampf in Belgien einen Magen-Darm-Virus eingefangen. Es gelang ihm, auf der ersten Runde die vorgegebenen Wattwerte zu halten, auf der zweiten Runde der 20,4 km langen Strecke mit zwei heftigen Gegenwindpassagen machte sich der Kräfteverlust durch die Erkrankung bemerkbar und Hänle konnte nicht mehr voll durchziehen. Trotzdem war es ein toller 6. Platz für ihn bei hochkarätiger, internationaler Konkurrenz!
Nach einer internationalen Klassifizierung von Konstantin Linder in die Klasse MH3 stand der Handbiker aus Senden hochmotiviert am Start des Einzelzeitfahrens. Linder konnte die zwei Runden stabil durchziehen, der Lohn war ein 13. Rang – eine tolle Platzierung im ersten Drittel des Starterfeldes!
Weiter ging es drei Tage später mit dem Straßenrennen. Da Konstantin Linder durch seinen ersten Start im Weltcup noch keine UCI Punkte vorweisen konnte, musste er das Rennen aus der letzten Startreihe aufnehmen. Er kämpfte sich in die Verfolgergruppe nach vorne und konnte dort gut mitfahren. Eine Fehlentscheidung traf er, indem er den Schlusssprint zu früh ansetzte, der 14. Platz auf der 60 Kilometer langen Strecke sind trotzdem aller Ehren wert.
Leider nicht an den Start gehen konnte Johannes Hänle, er hatte sich durch die Belastung des Einzelzeitfahrens auch noch eine Erkältung eingefangen und da eine Woche später schon zwei Rennen in Italien auf dem Programm standen war es klug, nichts zu riskieren und den angeschlagenen Körper zu schonen.
Nach einem kurzen Regenerationsstopp zuhause ging es für beide Athleten 1000 Kilometer nach Süden, nach Montesilvano/Abruzzen.
Noch etwas verschnupft aber mit einem guten Gefühl ging Hänle am 07. Mai an den Start des 15 Kilomer langen Einzelzeitfahrens. Er ging die erste Runde etwas konservativer als sonst an, konnte dann in der zweiten Runde aber einen Zahn zulegen – im Ziel fehlten bei Platz 8 nur etwa 20 Sekunden auf Rang 2.
Konstantin bestätigte seine sportlich Entwicklung der vergangenen Jahre, auf der anspruchsvollen Strecke konnte er seine Wattwerte konstant halten und kam als 18. ins Ziel.
Zwei Tage später stand das Straßenrennen auf dem Programm, für Johannes ging es vor allem darum, an kritischen Stellen des Rennens weit vorne im Feld positioniert zu sein. Das gelang ihm mit der vierten Position gut, allerdings stürzte ein russischer Fahrer in einer Kurve vor ihm und Johannes und einige weitere Fahrer fuhren in die Unfallstelle. Johannes kippte mit dem Bike um, konnte sich aber aus eigener Kraft wieder auf die Räder stellen. Trotz einer kräftezehrenden Aufholjagd konnte Johannes die Lücke zur Führungsgruppe nicht mehr schießen, in einem Zielsprint in der Verfolgergruppe sicherte er sich Platz 8.
Konstantin war in diesen Unfall nicht involviert, nach einem schnellen Beginn konnte er sich im Rennverlauf mehrfach an Fahrergruppen herankämpfen und wichtige Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln - im Ziel war es für ihn der 20. Platz.
Foto: links Johannes Hänle, rechts Konstantin Lindner - Michael Hänle
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