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Fachwart  Corinne Thür mail

Badminton-Challenge der TSG Reutlingen

Dramatik pur, Spannung bis zum letzten Ball, euphorische Stimmung, ausgelassener Jubel! Das sind in etwa die Schlagworte, welche die Stimmung bei der Badminton – Challenge 2018 der TSG Reutlingen Inklusiv in der Dietweghalle wiedergeben. 14 Mannschaften,

DM- Fussball in Wetzlar

Deutsche Meisterschaft in Wetzlar

17 und 4 = Ein Team. Landesauswahl der Fußballer mit mentaler Beeinträchtigung Baden Württemberg!

17 Spieler der Landesauswahl der Fußballer mit mentaler Beeinträchtigung; drei Trainer und ein Physiotherapeut bildeten das Aufgebot der Landesauswahl, welche an der diesjährigen Deutschen Meisterschaft der Länder in Wetzlar in Hessen teilnahm.

Diese deutsche Meisterschaft bildet jedes Jahr den Höhepunkt der Saison, welche bestimmt ist von vier – fünf Trainingslagern der Mannschaft, Trainingsspielen gegen Mannschaften aus dem Nichtbehindertenbereich, dem Versuch der Inklusion in die Vereine und der Daueraufgabe der Suche nach dringend benötigten weiteren Sponsoren.

In Heilbronn hatte sich das diesjährige Team am Wochenende zuvor auf die deutsche Meisterschaft vorbereitet und fieberte am Montagabend dem 18. 06. in der Stadthalle von Wetzlar der Gruppenauslosung entgegen.

Dabei wurde das Baden-Württemberg – Team mit dem Abonnementsmeister NRW und den ebenfalls starken Bayern in eine Gruppe gelost, welche durch Brandenburg und das Saarland komplettiert wurde.

Gleich im ersten Spiel traf man auf den Serienmeister aus Nordrhein-Westfalen, dessen Spieler fast unter Profibedingungen täglich trainieren können, weil sie Frechen in einem Leistungszentrum zusammengezogen sind. Wie minimalistisch machen sich da die gerade mal vier – fünf Wochenendtrainingslehrgänge der Baden-Württemberger aus.

Aber wie schon häufig im Sport erlebt, spielt der Team – Gedanke im Mannschaftssportart eine höchst entscheidende Rolle. Und so stemmte sich das baden-württembergische Team mit aller Macht gegen die optimal geförderten Westfalen.

Beide Mannschaften erarbeiteten sich Torchancen, jedoch hielten die jeweiligen Torspieler ihr Tor sauber und so endete das sehr intensiv geführte Spiel nach 40 Minuten mit 0:0.
Nach dieser enormen Kampfleistung waren sowohl Spieler, als auch Trainer froh über den guten Einstieg ins Turnier.
Im zweiten Spiel des Tages ging es gegen die Auswahl aus Brandenburg, die so genannte Wundertüte des Turniers, da sie seit 2013 in diesem Jahr das erste Mal wieder an der Deutschen Meisterschaft teilnahmen.
Das Team aus Baden-Württemberg war von Beginn an spielbestimmend und zeigte sehr gute Aktionen in der Offensive.
Jedoch war das Glück nicht mit den Jungs aus dem Süden und der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Drei Pfostenschüsse und zwei brandgefährliche Strafraumszenen standen am Ende des Spiels zu Buche, jedoch leider kein Tor! So endete auch dieses Spiel mit 0:0 unentschieden. Die Mannschaft hatte sich etwas mehr ausgerechnet und so ging es mit leicht hängenden Köpfen zurück ins Hotel.

Am Mittwoch musste der etatmäßige Torspieler der Auswahl ersetzt werden. Für ihn sprang Thorsten Lux ein und meisterte seine Sache hervorragend.

Nachdem am Dienstag der Grundstein zum Halbfinaleinzug gelegt wurde, ging es im ersten Spiel des Tages gegen die Mannschaft aus dem Saarland. Das Team aus Baden-Württemberg ging hellwach ins Spiel und konnte bereits in den ersten drei Minuten mit 2:0 in Führung gehen. Kurz vor der Pause folgte dann das 3:0.
Auch nach der Pause zeigte die Mannschaft eine überzeugende Leistung und trotz einiger vergebener Torchancen konnten noch zwei weitere Treffer vermerkt werden. Somit stand am Ende ein verdienter 5:0 Sieg zu Buche.
Im Zweiten Spiel am Nachmittag kam es zum Süd-Derby Bayern gegen Baden-Württemberg.
Unser Team erwischte den besseren Start und erarbeitete sich einige Torchancen, scheiterte jedoch entweder am Aluminium oder am Torspieler der Bayern.
Und so kam es, wie es kommen musste. Die Mannschaft aus Bayern nutzte eine kleine Unaufmerksamkeit der hinteren Reihe und erzielte das 1:0.
Auch im Verlauf des Spiel hatte unsere Mannschaft die zwingenderen Torchancen, jedoch wollte das Runde unter keinen Umständen ins Eckige.
Mitte der zweiten Halbzeit konnte Bayern dann durch einen direkt verwandelten Freistoß sogar noch ein weiteres Tor zum 2:0 Endstand erzielen.
Ganz bitter an dieser Niederlage war zudem, dass Bayern durch den Sieg auch in der Tabelle an unserer Mannschaft vorbeirücken konnte und das Team aus Baden-Württemberg in der Endabrechnung der Vorrunde leider nur der 4. Platz erreichen konnte (trotz 5 Punkten und 5:2 Toren!).
Somit ging es abschließend im Spiel um Platz 7 noch gegen die Auswahl von Mecklenburg-Vorpommern.
Nach einem Blitzstart mit dem BAWÜ-Führungstreffer in der ersten Spielminute, begann eine hitzige und intensiv geführte Partie.
Das von vielen harten Zweikämpfen geprägte Spiel wurde von Minute zu Minute aggressiver, jedoch war auch in diesem Spiel das Team aus BAWÜ spielbestimmend und konnte mit einer 2:1 Führung in die Pause gehen. Auch nach der Pause war sehr viel Feuer im Spiel, mit dem traurigen Höhepunkt: einer roten Karte für Mecklenburg-Vorpommern wegen einer Tätlichkeit. Die Überzahl nutzte unsere Mannschaft zu einem weiteren Treffer zum 3:1 Endstand.
Bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft in Wetzlar belegt das Team aus Baden-Württemberg 7. Platz.

Die Farben des Landes vertraten in diesem Jahr folgende Spieler:

Enrico Adelsberger, Ralf Andrasch, Sadrake Domingos Da Silva, Melih Fidan, Robert Gattnarek, Fabio Gregoric, Pierre Klähr, Armando Kurtic, Simon Lanig, Arben Limanay, Thorsten Lux, Stefan Reible, Alexander Rohrer, Florian Sach, Sven Scharlack, Florian Siebecker, Julian Straubinger.

Betreut wurde die Mannschaft von:

Fritz Quien, Heike Acker, Michael Kessler, Meike Frei, Lucas Rauch

Als Torschützen in Wetzlar taten sich folgende Spieler hervor:

Enrico Adelsberger, Melih Fidan, Armando Kurtic (alle 2 Tore),

Arben Limanay, Pierre Klähr (1 Tor)

In der Rückschau zeigte sich Fritz Quien mit der Leistung seiner Mannschaft mehr als zufrieden: „Ich bin stolz auf meine Jungs. Sie sind als Team hervorragend zusammen gestanden; haben fußballerisch von den Spielzügen und der Anlage einen super Fußball geboten. Da müssen wir uns hinter niemandem verstecken. In anderen Teams dominieren häufig einzelne erstklassige Einzelspieler, die dann letztendlich für den Erfolg sorgen. Bei den vielen Latten – und Pfostentreffern stand häufig das Aluminium im Wege und hätten wir die erste 100-prozentige Torchance gegen die Bayern genutzt, dann hätten wir im Halbfinale gestanden.“

So war die Arbeit des letzten Jahres nicht ganz so von Erfolg gekrönt wie erwartet.

Doch die Landesauswahl der Fußballer mit mentaler Beeinträchtigung hat auch noch andere Aufgaben, als nur als Sieger vom Platz zu gehen.

Die Spieler und Betreuer fungieren als Botschafter des inklusiven Fußballsports in Baden Württemberg in eigener Sache. Dies heißt ganz konkret: Sie repräsentieren nach außen, dass auch Menschen mit Beeinträchtigung Fußball auf einem sehr guten Niveau spielen können. Dem Trainer – und Betreuerteam ist aber auch das Auftreten und Verhalten neben dem Platz genauso wichtig. Inklusion erreicht man nicht allein dadurch, dass man gegen andere Mannschaften gewinnt. Ein großer Beitrag wird auch dadurch geleistet, dass man zeigt, dass Hilfsbereitschaft, Kommunikations – und Sozialverhalten außerhalb des Spielfeldes genauso wichtig sind. Dies sind ganz wesentliche Faktoren, welche mit den Spielern auch während der Trainingslager und an den Tagen der Deutschen Meisterschaften immer wieder besprochen werden.

Hier ist die Landesauswahl wieder einmal vorbildlich aufgetreten und hat damit wahrscheinlich einen größeren Beitrag zur Inklusion geleistet, als dies in vielen Diskussions – und Gesprächsrunde möglich ist.

Das gesamte Team bedankt sich beim VfB Stuttgart, dem WFV, dem SBFV, dem BFV, dem WBRS, dem BBS, Special Olympics, dem Landtagsfanclubs des VfB Stuttgart und der Lechler Stiftung für die Unterstützung.

Es steckt sehr viel Potenzial in dem gesamten Team, was auch eines Tages zum Tragen kommen wird. Doch auch hier ist es wie im Profifußball: Am Ende gewinnt meistens das Team mit dem größten gesponserten und finanziellen Hintergrund.

Gerade wegen seines vorbildlichen Auftretens  würde sich der inklusive Fußballsport unter dem Dach des Projektes PFIFF = Projekt für inklusive Fußballförderung weitere Sponsoren wünschen, so dass viele Menschen mit Handikap im Land Baden-Württemberg Fußballspiel können, und dass es vielleicht in naher Zukunft heißt: Deutscher Meister: Landesauswahl Baden Württemberg.


 

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