Informationen zur Para- Leichtathletik

Fachwart  Franz Hager mail

Internationale Deutsche Para-Leichtathletik-Meisterschaften am 13./14.07.2019 in Singen

Für die WBRS Leichtathletinnen und Leichtathleten hat sich der Ausflug an den Bodensee gelohnt.

Von den Internationalen Deutschen Para-Leichtathletik-Meisterschaften am 13./14.07.2019 in Singen kamen sie mit einigen Medaillen nach Hause.

Während die Seniorenklassen ihren Sonderstatus bei diesen Meisterschaften genießen konnten – da bei ihnen jeder in seiner Alters- und Behindertenklasse gewertet wurde, konnten viele Starter fast konkurrenzlos erste Plätze belegen – waren die Bedingungen in allen übrigen Altersklassen deutlich schwieriger. Hier wurden die jungen Athletinnen und Athleten so lange in die nächst höheren Startklassen gewertet, bis ein größeres Teilnehmerfeld entstand. Zusätzlich wurden die verschiedenen Behinderungsklassen über eine Punktewertung verglichen.

Umso erstaunlicher sind die teilweise trotzdem sehr guten Platzierungen. So konnte zum Beispiel der erst 15-jährige Philipp Botsch (TF28, TSV Oberlenningen) im 800 Meterlauf der Männer mit teilweise 24 Jahre älteren Läufern gut mithalten und erkämpfte sich mit 2:55,29 Minuten die Bronzemedaille. Den Medaillensatz vervollständigen konnte er in seiner eigentlichen Altersklasse MJ U17 mit dem Sieg im Weitsprung (3,51 Meter) und einem 2. Platz im 100 Meter Sprint (16,09 Sekunden).

Seiner Favoritenrolle gerecht wurde Niko Kappel (F41, VfL Sindelfingen) im Kugelstoßen der Männer. Mit 13,89 Meter ließ er der Konkurrenz keine Chance.

Auf einem guten Weg in Richtung Jugend-Weltmeisterschaften im schweizerischen Nottwil ist Jonas Winkeler (TF45, TSV 1848 Bietigheim). Er siegte im Weitsprung der MJ U20 mit guten 5,41 Metern. Als Vorlaufschnellster der MJ U20 über 100 Meter blieb er mit 12,70 Sekunden nur eine Hundertstelsekunde hinter seiner persönlichen Bestzeit zurück. Auf den Endlauf und weitere Laufstrecken verzichtete er nach einer leichten Verletzung, um den Start bei der WM nicht zu gefährden.

Im Gegensatz dazu hat der Betreuer von Jan Nic Arnold (TF 63, TV Cannstatt) wie schon bei den Süddeutschen Meisterschaften vor ein paar Wochen seinem Athleten ein  Mammutprogramm von 7 Disziplinen auferlegt. Wieder war zu erkennen, dass Masse keine Garantie für gute Leistungen oder Platzierungen ist. Seine besten Platzierungen waren zwei Vizemeisterschaften. Im Hochsprung blieb er dabei 10 Zentimeter und im Speerwerfen mit 23,88 Metern fast 8 Meter unter seinen persönlichen Bestleistungen. Der Singener Yannis Fischer siegte in der MJ U20 im Diskuswurf mit neuer persönlicher Bestleistung von 17,88  Meter und im Kugelstoßen mit 8,20 Meter.

Eine Bronzemedaille für die Athleten des WBRS konnte Andreas Neudert (TF48, VfL Waiblingen) mit 1,40 Meter im Hochsprung der Männer beisteuern.

Stefan Lösler (TF 63, TV Cannstatt), der dieses Jahr vom Triathlon zur Leichtathletik gewechselt hat lief im 400 Meter Rennen der Männer mit 67,16 Sekunden eine persönliche Bestzeit.

In den weiblichen Klassen zeigte sich Helen Groth (TF 35, SV Winnenden) bestens vorbereitet auf ihre Premiere bei der Jugend-Weltmeisterschaft. Die erst 15 jährige Athletin musste im Diskuswerfen bei den Frauen antreten und kam dort mit neuer persönlicher Bestleistung von 14,73 Meter auf einen beachtlichen 4. Rang. Dazu holte sie sich in ihrer eigentlichen Startklasse WJ U17 noch einen kompletten Medaillensatz, Platz 3 im Speerwurf, die Vizemeisterschaft im Kugelstoßen und schließlich den Titel im Weitsprung mit 2,15 Meter. Hier zeigten sich die Auswirkungen der Punktewertung am deutlichsten. Die zwei Jahre jüngere Linn Kazmaier (TF12, TSV Oberlenningen) erzielte mit 3,93 Meter zwar die größte Weite im Feld, erhielt für ihre Leistung aber deutlich weniger Punkte als Helen.

Linn hatte dazu noch das Handicap, dass sie eigentlich noch der Klasse WJ U14 angehört. Dort wäre sie aber die einzige Teilnehmerin gewesen, und musste deshalb ihren Wettkampf in der WJ U17 bestreiten, was für sie auch bedeutet, 100  Meter zu sprinten statt wie gewohnt 75 Meter. Trotzdem holte sie sich hier die Bronzemedaille und verfehlte mit 15,15 Sekunden ihre persönliche Bestzeit nur um eine Hundertstelsekunde.  Da ihre Spezialdisziplin, die 800 Meter für sie nicht angeboten wurde, lief sie außer Wertung in der Frauenklasse noch die 1500 Meter in 5:53,23 Minuten mit. Mit dieser Zeit wäre Linn in diesem Jahr bereits 10. in der Weltrangliste bei den Frauen. Leider wir im nächsten Jahr bei der Jungend WM die Behindertenklasse T/F12  nicht ausgeschrieben. Warum ist unklar.

Nicht ganz rund läuft die Saison für Annegret Schneider (TF 37, TSG Heilbronn). Sie hatte sich eigentlich Hoffnungen auf eine Teilnahme bei der Weltmeisterschaft der Aktiven gemacht, muss jetzt aber doch mit der Jugend-Weltmeisterschaft vorlieb nehmen. Auch in Singen lief es für sie nicht optimal. Im Weitsprung der Frauen holte sie Bronze, blieb aber mit genau 4,00 Meter deutlich hinter ihrer schon zwei Jahre alten persönlichen Bestleistung von 4,31 Meter zurück. Über 100 Meter der Frauen konnte sie zwar als 5. in ihrem Vorlauf ihre Jahresbestleistung steigern, verzichtete dann aber auf den Endlauf.

Michaela Kummer (TF12, VSG Sulz) feierte eine gelungen Premiere. Bei ihrer ersten Teilnahme an einer Para-Meisterschaft konnte sie in einem gemischten Rennen über 5000 Meter durchaus mit den Männern mithalten und belegte mit 22:14,34 Minuten Platz 1 in der Klasse W50.

Die einzigen größeren Teilnehmerfelder in den Seniorenklassen gab es bei den Männern M60. Hier erkämpfte sich Wolfgang Krimmel (TF48, TSV Meßstetten) mit 28,27 Meter im Speerwurf Gold und mit 28,76 Meter die Silbermedaille im Diskuswurf.

Wie sich diese Einzelwertungen im Seniorenbereich auswirken, sieht man beispielsweise in der Klasse M50 wo 19 Erste Plätze in 8 Disziplinen vergeben wurden.

Thomas Strohm

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Linn Kazmaier und Phillip Botsch (Foto Kazmaier)

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