Informationen zur Para- Leichtathletik

Fachwart  Franz Hager mail

Süddeutsche Para-Leichtathletik Meisterschaften am 18.5.2019 in Winnenden

Nach 5 Jahren fanden am Samstag die Süddeutschen Para-Leichtathletik Meisterschaften wieder in Württemberg statt. Im Winnender Herbert-Winter-Stadion suchten bei sonnigem Wetter die Para Leichtathleten ihre Meister.


Die Premiere von Stefan Lösler vom TV Cannstatt verlief sehr erfreulich. Der vierunddreißigjährige Oberschenkelamputierte Athlet war bisher sehr erfolgreich im Para-Triathlon auf der Sprint-Distanz unterwegs und hatte dort Welt- und Europameisterschaften gewonnen. In Winnenden startete er auf  allen Sprintstrecken. Mit einem Sieg im 100-Meterlauf begann der Tag für Stefan. Er verbesserte seine persönliche Bestleistung um knapp 4 Zehntelsekunden auf 14,18 Sekunden. Auch auf der 200 Meter Strecke durchlief er nach 29,39 Sekunden als Erster das Ziel. Auf der längsten Sprintstrecke, den 400 Metern musste er kämpfen, denn dieser dritte Lauf ging an die Kraftreserven. Seine Zeit von 67,46 Sekunden reichten für den zweiten Platz. Wenn man die internationale Bestenliste vom letzten Jahr in seiner Startklasse T63 anschaut, gehören alle drei Zeiten zur Weltklasse. Landestrainer Thomas Strohm ist sich sicher, dass der Quereinsteiger noch viele Topzeiten vorlegen wird. „An einen Internationalen Start denke ich momentan noch nicht. Ich muss mich erst in der neuen Sportart einfinden“, meinte Lösler, nachdem er erst dieses Jahr vom Triathlon zur Leichtathletik gewechselt ist.
Seit zwei Jahren ist der Name Niko Kappel (VfL Sindelfingen) in der Weltspitze bekannt. Nach seinem sensationellen Paralympics Kugelstoß-Sieg in Rio de Janeiro vor 2 Jahren verbesserte er noch den Weltrekord seiner Klasse F41 auf 14,02 Meter. Danach hatte er Probleme mit seinem rechten  Knie und musste lange Zeit kürzer treten. In Winnenden  übertraf der kleinwüchsige Athlet der Klasse F41 mit seiner 4 Kilogramm schweren Kugel seine bisherige Jahresbestleistung von 13,55 Meter um 3 Zentimeter und hat damit den Leistungsnachweis für eine Nominierung zu den im Herbst stattfindenden Weltmeisterschaften erbracht. Einen Tag später bestätigte Kappel in Nürtingen beim  REISER regelts-Kugelstoß-Cup seine Leistung mit guten 13,45 Meter.
Es war fast ein Heimspiel für den Waiblinger Luis Häcker. Der 20 Jährige sitzt im Rollstuhl und ist seit zwei Jahren der Hallensprecher der Handballer der SG Weinstadt. In Winnenden feuerten die Spieler ihren „Einheizer“, wie er genannt wird, kräftig an. Die Konsequenz war, dass er  bei seinen Würfen aus dem so genannten Wurfstuhl drei erste Plätze und zwei persönliche Bestleistungen beim Kugelstoßen (5,56 Meter) und Diskuswerfen (15.55 Meter) erzielte.
Aus Württemberg war als jüngste Teilnehmerin der Meisterschaft  Linn Kazmaier vom TSV Oberlenningen am Start. Sie hat ein Sehvermögen von 5% und kann im Stadion nur die weißen Linien erkennen. Über 800 Meter lief die 12 jährige Linn nach 2:52,35 Minuten über die Ziellinie. Ganze fünfundsiebzig Jahre trennen Linn vom ältesten Teilnehmer der Veranstaltung. Der in Schmiden wohnende und für die BVSG Aalen startende Willy Brand überzeugte in den Wurfdisziplinen Kugel und Diskus mit hervorragenden Leistungen. Mit seinen achtundachtzig Jahren landete der weiteste Kugelstoß mit dem drei Kilogramm schweren Gerät bei 8,12 Metern. Der 750 Gramm schwere Diskus flog im weitesten Versuch auf 17,46 Meter.
Weniger wäre mehr gewesen, musste wohl Jan Nic Arnold vom TV Cannstatt bei den Jugendlichen in der Klasse U20 erkennen. Er blieb in den sechs Disziplinen die er innerhalb von fünf Stunden absolvierte deutlich hinter seinen Bestleistungen zurück. Allerdings hatte er Probleme mit seiner Beinprothese, die wachstumsbedingt neu angepasst werden musste.

Wie man es besser mach zeigte die Bilanz von Helen Groth (SV Winnenden), die vier Starts absolvierte. Beim Diskuswerfen erzielte sie mit dem ersten Erfolg eine persönliche Bestleistung. Der weiteste Wurf (13,98 Meter) flog um mehr als einen Meter weiter als bisher (12,73 Meter). Beim Speerwurf (10,22 Meter) und Kugelstoßen (5,50 Meter)  verfehlte die in der Leichtathletikklasse U15 startende ihre Bestleistungen nur knapp. Ihr Weitsprungsieg mit einer Weite von 2,19 Meter in der Klasse T/F 35 zeigt, wie gerecht im Behindertensport die Handicap-Klassen bewertet werden. Die zweitplatzierte stark sehbehinderte Linn Kazmaier (Klasse T/F 12) sprang 3,66 Meter weit, bekam aber über die klassenspezifische Punktewertung, die sich nach den jeweiligen Weltrekorden richtet, weniger Punkte

Auf einem guten Weg zur Jugendweltmeisterschaft, die in diesem Jahr in Nottwil (Schweiz) stattfinden wird, befindet sich Jonas Winkeler. Der vierfache Goldmedaillengewinner vom letzten Jahr kam bei seinem Start in Winnenden schon knapp an seine persönlichen Bestleistungen heran. Für den Sieg über 100 Meter lief er 12,48 Sekunden und über 200 Meter 26,20 Sekunden. Pech hatte Jonas beim Weitsprung, der mitten im Wettkampf wegen einem Gewitter für eine halbe Stunde unterbrochen werden musste. „Danach kam ich nicht mehr in den Wettkampf rein“, meinte Winkeler.

Von den Gästen in Winnenden zeigte die Singenerin Merle Menje eine herausragende Leistung. Wie ihr Nationalmannschaftskollege Jonas Winkeler kam sie im letzten Jahr mit 4 Goldmedaillen von den IWAS Youth Games in Athlone (Irland) heim. In Winnenden startete sie auf den kurzen Rollstuhl-Rennstrecken mit sehr guten Leistungen.

Ein Dankeschön gilt auch unseren Sponsoren und dem Verein SV Winnenden, der die Anlagen gut vorbereitet hatte.

Bäckerei Maurer GmbH
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Fellbacher Weingärtner eG
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Kübler GmbH & Co.
Schnaithmann Maschinenbau GmbH

 190518 SüddtBehind Winnenden Foto Strohm

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