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Fachwart  Philipp Pleier mail

Dreimal Gold, einmal Silber bei Deutschen Meisterschaften

160305 DRMFEchten Heidelberg kleinMedaillenregen für die SVB-Rollifechter bei den Offenen Deutschen Meisterschaften am 5./6.3.  in Heidelberg. Maurice Schmidt wiederholte seinen Triple-Erfolg vom Vorjahr, sein Teamkollege Tim Widmaier sorgte mit Säbel-Silber für eine dicke Überraschung.


Chefcoach Gavrila Spiridon freute sich: „Unsere Jungs waren super drauf, beide hatten sich eine Medaille gewünscht und vorgenommen. Das aber auch unter Druck abzurufen, ist eine starke Leistung.“ Im Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg kreuzten die Rollis am Samstag die Klingen im Degen, Säbel und Jugend-Florett. Maurice Schmidt, der noch in der Jugend startberechtigt ist, dominierte diesen Wettbewerb von Beginn an. Mit nur sechs Gegentreffern in der Vorrunde ging er als Nummer Eins ins K.O. Im Halbfinale besiegte er Nils Neumann von der TSG Reutlingen mit 15:0 und ließ auch im Goldkampf gegen Felix Schrader (SV 1845 Esslingen) mit 15:5 nichts anbrennen. Mission Titelverteidigung Nummer Eins war geglückt.

„Im Aktiven-Degen wurde die Vorrunde dann gemischt gefochten, d.h. Jeder gegen Jeden aus allen Startklassen, und anschließend für die Direktausscheidung getrennt gewertet“, erklärt Rolli-Übungsleiterin Heidrun Bubeck. „Aus meiner Sicht, hatte Tim hier etwas Pech und eine schwere Vorrunde erwischt“, so Bubeck. Widmaier (Startkategorie B) ergänzte: „Ich konnte mein Potenzial gegen die Gegner der Startklasse A, die also weniger gehandicapt sind, nur teilweise abrufen, bin von Anfang an nicht so in Tritt gekommen und so war für mich im Viertelfinale Schluss“. Widmaier unterlag dem späteren Startklasse B-Sieger Cheema (TUS Maccabi Rostock) und wurde Sechster.  Schmidt indes legte einen Start-Ziel-Sieg hin. Auf der Strecke schickte er seine Gegner in Startklasse A reihenweise unter die Dusche und setzte seinem Lauf mit einem 15:1 (!)-Sieg im Goldfinale gegen den Rostocker Gadow noch das i-Tüpfelchen auf. Zweites Gold, Haken dran.  Am Nachmittag stand dann auch noch der Säbelwettbewerb auf dem Plan. Maurice Schmidt pausierte, Tim Widmaier erzählt: „Dieses Jahr bin ich zum ersten Mal in allen Waffen gestartet. Und mit einer kleinen Portion Wut im Bauch lief es im Säbel deutlich besser.“ Sensationell gewann Widmaier vier Gefechte in Folge und qualifizierte sich für das K.O.

Im Halbfinale ließ er nach anfänglich wechselnder Führung den Berner de Oliveira ebenfalls deutlich mit 15:11 über die Klinge springen und stand plötzlich im Titelkampf. Gegen den Säbelspezialisten Cheema aus Rostock war dann Endstation. „Platz Zwei ist wunderbar und kam so überraschend, aber genau diese Momente sind die Schönsten“, bilanzierte Widmaier stolz.  Am zweiten Turniertag ging es mit dem Florett zur Sache. Tim Widmaier qualifizierte sich in seiner Startklasse für den Kampf um Bronze. Doch hier machten dem ambitionierten Rechtshänder die Nerven einen Strich durch die Rechnung. Widmaier gab seine 14: 11-Führung gegen den Berliner Kratzat noch aus der Hand und wurde Vierter.  Für seinen Vereinskameraden Maurice Schmidt lief es besser. Mit vier Siegen und einer Niederlage erreichte er die Direktausscheidung der Startklasse A. Der Rostocker Rout fand gegen den blitzschnellen Schmidt im Halbfinale kein Rezept und unterlag. Im Finale um Gold traf Schmidt erneut auf Martines Budich, dem er in der Setzrunde noch unterlagen war. Der SVBler drehte auf und holte sich mit 15:11 seinen dritten DM-Titel.  Im SVB-Lager war die Freude groß. „Vier DM-Medaillen sind ein starkes Stück“, war Lilo Schneiders erste Reaktion. Schon plant die Sportwartin den nächsten Empfang für ihre Rollis. Steffi Schmid

Aus diesem Anlass findet am Dienstag, dem 15. März  2016 im SVB-Tischtenniszentrum, Silberweg 20 71035 Böblingen ab 19:00 Uhr eine Meisterschaftsfeier statt.

Die erfolgreiche Mannschaft (Bild privat)

Rollstuhlfechten – einfach erklärt

In der SVB Fechtabteilung kreuzen seit 2004 auch Rollifechter die Klingen - darauf sind die Musketiere besonders stolz!

Wie funktioniert Rollstuhlfechten?
Die meisten denken, dass die Rollifechter mit einer Hand fechten und mit der anderen Hand ihren Rolli bewegen. Das stimmt aber nicht. Die Rollstühle werden in einem Gestell fixiert, so dass man nicht umkippen kann. Dadurch kann man sich aber besser im Rollstuhl bewegen.

Mit welcher Behinderung kann man Rollstuhlfechten?
Im Prinzip kann jeder Rollstuhlfechten, der eine Bewegungseinschränkung der Beine hat. Bei Personen mit einer Querschnittlähmung ist dies vom tiefgelähmten Paraplegiker bis zum hochgelähmten Tetraplegiker möglich, Aber auch Personen mit einer Knieversteifung, mit Polio oder Amputierte sind beim Rollstuhlfechten zugelassen. Je nach Handicap wird man einer bestimmten Startklasse zugeordnet.

Welches ist das ideale Einstiegsalter?
Wie so oft gilt, je früher desto besser, idealerweise beginnt man unter 20 Jahren. Beim Rollifechten sind aber nahezu keine Altersgrenzen gesetzt. Je nach Talent und körperlichen Fähigkeiten ist auch ein Beginn mit 30 oder 40 möglich. Und wer es nur zum Zeitvertreib machen will, für den sollte das Alter keine Rolle spielen!

Wo kann man Rollstuhlfechten erlernen?

Rollstuhlfechter trainieren in der Regel in Nichtbehinderten-Vereinen mit, so auch in unserer Fechtabteilung. Rollifechter und Trainer geben gerne Auskunft und stehen mit Rat und Tat zur Seite.                       

Steffi Schmid

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