Informationen zum Para- Boccia

Fachwart  Thomas Keller mail

Historischer Erfolg für Bastian Keller

Vom 13. – 19. Juni fand für die Deutsche Paralympische Boccia-Nationalmannschaft der Abschluss der internationalen Turniertrilogie für das Jahr 2016 statt.

Nach Montreal und Dubai war in Povoa de Varzim – in der Nähe von Porto – die letzte Möglichkeit bei einem Weltranglistenturnier Punkte zu sammeln, was diesmal eindrucksvoll gelang.

Bastian und sein Pair-Partner Boris Nicolai (Saarbrücken) bekamen es bei diesem hochkarätig besetzten Turnier – es nahmen mit Brasilien (Platz 3 der Weltrangliste), Großbritannien (Platz 4), Slowakei (Platz 5 und Pair-Europameister), Canada (Platz 6) und Portugal (Platz 9) allein 5 von 8 Teilnehmern bei den Paralympics 2016 in Rio teil – in der Vorrunde mit GB, Slowakei und Russland zu tun. Der Plan war gut zu spielen, Spaß zu haben, zu lernen und sich dann die Finale an zu sehen.

Doch dann kam alles ganz anders!

Im ersten Vorrundenspiel gegen GB, mit dem frisch gebackenen Einzel-Weltmeister McGuire, gelang ein 3:2 Sieg, der bei konsequenterer Spielweise hätte deutlich höher ausfallen müssen. Eine Sensation, die nach einer deutlichen Niederlage gegen die Slowakei eher als Zufallserfolg gewertet wurde. Dann wurde aber im letzten Gruppenspiel Russland mit 3:1 besiegt. Durch den gleichzeitigen Sieg der Slowaken über GB war die wirkliche Sensation perfekt.

Halbfinale!

Erstmals in der in der internationalen Geschichte des Deutschen Paralympischen Boccia (seit 2004) gelang es deutschen Spielern ein Halbfinale zu erreichen.

Im Halbfinale war dann Kanada –mit der Boccia-Ikone Marco Dispaltro- der Gegner. Eine schier unlösbare Aufgabe. Doch bei Bastian und Boris waren das, in den letzten Turnieren verlorenen gegangene Selbstvertrauen und die Spielfreude zurückgekehrt, was ein riesiger Verdienst des Co-Trainers der Nationalmannschaft und des Boccia-Vereinstrainers des TV Markgröningens, Hartmut Gutbrod war. Er hatte an den letzten Turnieren in Dubai und Montreal nicht teilnehmen können.

Bastian und Boris spielten sehr konzentriert und auf gleichem Niveau mit den Kanadiern. Der erste Satz wurde mit 0:2 verloren, der zweite mit 2:0 gewonnen, der dritte wieder mit 0:2 verloren. Im vierten und letzten Satz gelang wiederum ein 2:0 – mit ein kleinwenig Glück hätte der letzte Ball auch das 3:0 bringen können.

So kam es zum Tie-Break, einem entscheidenden fünften Satz, den man von der psychologischen Seite her als Elfmeterschießen bezeichnen könnte. Längst hatte sich in der Halle rumgesprochen das Deutschland und Kanada sich ein Duell auf höchsten technischen Niveau lieferten und dementsprechend war das Interesse an diesem Spiel. Leider hatten die Kanadier das Quäntchen Glück mehr und konnten den entscheidenden Punkt machen, der den Finaleinzug bedeutete. Von allen Seiten – Spielern, Betreuern und Trainern der anderen Nationen – prasselte Lob und Anerkennung auf den deutschen Sieger der Herzen nieder, da das deutsche Pair bestätigt hatte, dass der Erfolg gegen GB in der Vorrunde nicht nur ein Zufallssieg war.

Im abschließenden Interview des Livestreams mit Bastian und Marco Dispaltro, sprach dieser mit Hochachtung über unser deutsches Team, „ein Spiel auf dem gleichen Niveau“ und stellte heraus, was harte Arbeit, Leidenschaft für den Sport, technisches und taktisches Vermögen und das Selbstvertrauen, selbst nach so kurzer Zeit – es war erst das vierte internationale Turnier, das die beiden bestritten haben- bedeuten. Die Moderatorin sprach von einer „unglaublichen Reise des deutschen Pairs“.

Das Spiel um die Bronzemedaille ging gegen die Slowaken dann leider verloren. Insgesamt waren die beiden aber hoch zufrieden mit Platz 4, zumal die beiden im Halbfinale auf höchsten internationalem Niveau gespielt hatten. 5 Weltranglistenpunkte sind der verdiente Lohn für das erfolgreiche Abschneiden.

Man darf gar nicht darüber nachdenken was in diesem Jahr möglich gewesen wäre, hätte Hartmut Gutbrod die beiden auf allen drei Turnieren begleiten können.

Aber das ist unter anderem auch ein finanzielles Problem, da auch der Co-Trainer der Nationalmannschaft, abgesehen von privatem Urlaub, wie die Spieler auch die Teilnahmen in Dubai und Montreal selbst hätte selbst bezahlen müssen.

Das Erreichen der nächsten Ziele wird immer realistischer, die Teilnahmen an den Europameisterschaften 2017 und den Weltmeisterschaften 2018. Dazu ist aber weitere finanzielle Unterstützung notwendig, wie die der Volksbank Asperg-Markgröningen und der GKH-Bau Markgröningen, denen wir an dieser Stelle herzlich danken möchten.

Thomas Keller                  Portrait Bastian Keller in der Stuttgarter Zeitung vom 03.05.2016

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