60 Jahre Reha- und Behindertensport in der TSG Leutkirch

Neue Gesichter willkommen - Mitglieder werden bei der Jubiläumsfeier für ihre Treue geehrt

Leutkirch (cno) – Sportliche Stunden für Menschen mit körperlichen Einschränkungen gibt es in Leutkirch schon seit 60 Jahren. Etliche Kriegsversehrte haben 1958 eine Sportgruppe gegründet, die sich in den 70-er Jahren als Abteilung der TSG anschloss. Vor rund zehn Jahren wurde die Abteilung in Reha- und Behindertensport umbenannt. Die rund 25 Mitglieder feierten das Jubiläum zum 60-jährigen Bestehen im Bayrischen Hof, anwesend waren Gert-Jürgen Engel vom Präsidium des Württembergischen Behinderten- und Rehasportverbands, TSG-Vorsitzender Michael Krumböck sowie der Vereinsarzt Dr. Horst Moll.

Das Besondere an dieser Feier: Es sind drei Frauen, die seit 1958 dabei sind: Irma Braun, Edith Dietenberger und Pauline Schröter, die sogar Gründungsmitglied ist. Die goldene Ehrennadel der TSG bekamen die drei schon beim 50-Jährigen, so überreichte Michael Krumböck nach seinem Grußwort den drei Frauen Urkunde, Blumen und einen Gutschein. Er lobte die wertvolle Arbeit der Rehasportgruppe und konnte noch weitere Ehrungen vornehmen: Elisabeth Bucher, Berndt Berger und David Holbach für 20 Jahre TSG-Mitgliedschaft.

201804xx Leutkirch Ehrung KBraunKonrad Braun erhält Gold mit Brillant

Sehr beständig zeigt sich die Reha-Sportgruppe bezüglich des Vorstandsamtes in sechs Jahrzehnten. Sepp Schoder war von 1958 bis 1988 der Vorsitzende, ihm folgte Max Dürrenberger und bis heute hat Konrad Braun seit 25 Jahren das Amt inne. Seit 55 Jahren ist er Mitglied. Sein Stellvertreter ist seit 17 Jahren Berndt Berger, ebenso lange führt Manfred Birk die Kasse und Renate Krinowsky ist seit 2003 die Schriftführerin. Konrad Braun erhielt vom Herrn Engel vom Verband die Ehrennadel in Gold mit Brillant fürseine Verdienste um die Abteilung.

Auf Sitzballturnieren in ganz Deutschland

Konrad Braun las die Chronik der Abteilung vor, die 1958 mit ihren Übungsstunden in Isny begann. Ab 1965 konnte man in die Turnhalle am Oberen Graben, wo bis heute das Training stattfindet. Jahrzehntelang waren Sitzballturniere ein Hauptbetätigungsfeld der Versehrtensportgruppe. Leutkirch hatte zwei Mannschaften, die in ganz Deutschland unterwegs waren, etlicheTurniere bestritten und große Erfolge und Pokale mit nach Hause nahmen. Lange Jahre wurden auch persönliche Freundschaften mit anderen Mannschaften gepflegt und Ausflüge organisiert.

Trainer sind ausgebildete Übungsleiter

Heute liegt der Schwerpunkt auf den Übungsstunden, zu denen Menschen mit körperlichen Einschränkungen kommen, sei es durch Krankheit oder Unfall. Wichtig sind dem Verein ausgebildete Übungsleiter, die nicht nur mit funktioneller Gymnastik für mehr Beweglichkeit sorgen, sondern auch mit Musik und Rhythmus gute Laune in die Sportstunden bringen. Die rund 20 Teilnehmer sind zwischen Anfang 20 und Mitte 80 Jahre alt. Brigitte Speth aus Reichenhofen und Karl-Heinz Hirt aus Aitrach sind seit mehr als 40 Jahren Mitglied, 20 Jahre davon hat Frau Speth die Übungsstunden zusammen mit Hirt geleitet.

Spüren und Nachfühlen

Seit einigen Jahren ist Maria Flach als Übungsleiterin eingestiegen und wechselt sich mit Karl-Heinz  Hirt ab. „Ich achte darauf, dass niemand überfordert wird und die Übungen wirkungsvoll gemacht werden. Es geht bei uns nicht um Schnelligkeit oder Kraft, sondern um ein gutes Körpergefühl, ums Spüren und Nachfühlen. Die Übungen sollen sachte und langsam gemacht werden“, betont Maria Flach.

Auch Kleingeräte wie Pilates-Bälle, Thera-Bänder, Stäbe, Hanteln, Flexibar usw. kommen zum Einsatz, mit Pads wird das Gleichgewicht trainiert. Nicht jeder Teilnehmer kann aufgrund seiner Einschränkung alles mitmachen und deshalb variieren die Übungen im Stehen, Sitzen oder Liegen. Schon immer hatte die Rehasportabteilung einen Vereinsarzt. 35 Jahre lang war dies Dr. Rommel. Seit vielen Jahren betreut Dr. Horst Moll die Gruppe. Er besucht alle zwei Wochen das Training und beantwortet medizinische Fragen der Teilnehmer.

Geselligkeit ist wichtig

201804xx Leutkirch EhrungsabendNach dem Training geht es zum Einkehren in diverse Leutkircher Wirtschaften. Darauf freuen sich alle, denn auch die Geselligkeit ist der Gruppe sehr wichtig. In der langen Sommerpause wird drei Mal Nordic Walking angeboten. Ein Grillabend sowie die Weihnachtsfeier gehören zu den langjährigen Tradition der Abteilung. Neben dem Rehasport gibt es einmal im Monat dienstags Wassergymnastik für die Mitglieder unter Leitung von Maria Flach.

Die Behinderten- und Rehasportabteilung gehört dem Württembergischen Behinderten- und Rehasportverband an und hat die Anerkennung und Berechtigung als Rehabilitationsträger im Rahmen des Behindertensports. „Über jedes Training muss  genau Buch geführt werden, weil der Rehasport von den Krankenkassen bezuschusst wird“, erklärt Vorsitzender Konrad Braun. Er lobt seine beiden Übungsleiter: „Sie machen ihre Arbeit gut, können motivieren und allen Teilnehmern macht es Spaß und sie kommen gerne zum Training.“ Gerne können weitere Interessenten mit leichten Einschränkungen, wie nach Unfällen usw. kommen oder mal reinschnuppern. „Wir freuen uns auf neue Gesichter“, meint Berndt Berger vom Vorstandsteam.

Text und Fotos: Carmen Notz

Infokasten: Der Behinderten- und Rehasport ist jeden Dienstag von 19.30 bis 20.30 Uhr in der Sporthalle am Oberen Graben, außer in den Ferien. Wassergymnastik ist jeden ersten Dienstag im Monat. Auskunft erteilen Konrad Braun unter Telefon (0 75 61) 41 41 oder Maria Flach, Telefon 07561/906 478.

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