TSV Oberkochen -Herzgruppe Ausflug nach Augsburg

Augsburg und das Dehner-Garten-Center in Rain waren die Ausflugsziele.


Die vom Administrator der Herzgruppe ausgesuchten Reiseziele für den Tagesausflug am Dienstag letzter Woche fanden bei den Reiseteilnehmern wieder sehr guten Anklang.
Die Fuggerei und der goldene Saal im Rathaus waren in Augsburg die Ziele bei den ausgezeichneten Führungen. Dabei war zu erfahren, dass die Fuggerei die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt ist. Jakob Fugger „der Reiche“ stiftete 1521 diese Reihenhaussiedlung. Heute wohnen in den 140 Wohnungen der 67 Häuser 150 bedürftige Augsburger Bürger für eine Jahreskaltmiete von 0,88 €. Sie sprechen dafür, so die Auskunft der beiden Stadtführerinnen, täglich einmal ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria für den Stifter und die Stifterfamilie Fugger.
Erbaut wurde die Anlage nach den Plänen des Baumeisters Thomas Krebs zwischen 1516 und 1523. Damals entstanden 52 Wohnungen um die ersten sechs Gassen. Die nach weitgehenden standarisierten Grundrissen erstellten Wohnungen, meistens zweigeschossige Wohnhäuser waren für die Entstehungszeit großzügig geplant, geradezu modern. In die Sozialsiedlung durften nur „würdige Arme“ einziehen. Fugger machte die Bewohner nicht zu Almosenempfängern, sondern leistete Hilfe zur Selbsthilfe.
In der mit 290.000 Einwohnern drittgrößten Stadt Bayerns besitzt die Fuggerei auch heute noch einen sehr hohen Stellenwert. Die Aufnahmebedingungen sind immer noch dieselben wie zur Zeit der Gründung. Wer in der Fuggerei wohnen will, muss Augsburger, katholisch und gut beleumundet sein. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Fuggerei von den Schweden bis 1642 weitgehend zerstört. Nach dem Wiederaufbau erfolgten Erweiterungen in den Jahren 1880 und 1938. Bei zwei Luftangriffen in der Augsburger Bombennacht vom 25. auf 26. Februar 1944 durch die Royal Air Force wurden zwei Drittel der Sozialsiedlung zerstört. Nach historischen Vorbild erfolgte der Wiederaufbau, sodass bereits 1947 wieder die ersten Gebäude bezogen werden konnten. In den 1950-er-Jahren war der Wiederaufbau abgeschlossen.
Dem goldenen Saal im zweiten Stock des Augsburger Rathauses galt der Besuch der nächsten Führung. Nicht umsonst gilt dieser Saal als einer der Glanzpunkte der Innengestaltung der Renaissance in Deutschland. Die Decke ist mit 2,6 kg Blattgold verkleidet. Im Krieg wurde der Saal vollständig zerstört. Nach 17 Jahren Restauration wurde er 1996 wieder hergestellt.
Der Goldene Saal wurde ursprünglich als Tagungsort für die Reichstage erbaut. Der Dreißigjährige Krieg und die Verlegung der Reichstage nach Regensburg führte jedoch dazu, dass nie ein Reichstag in dem prachtvollen Raum stattfand. Genutzt wird der Goldene Saal seit seiner Fertigstellung darum hauptsächlich als Empfangs- und Versammlungssaal der Stadt. Immer wieder war der Raum aber auch Schauplatz wichtiger überregionaler Ereignisse, so etwa die Wahl von Ferdinand IV. zum römisch-deutschen König im Jahr 1653 sowie das Krönungsbankett für Joseph I. im Jahre 1690. Kaiser Franz II. besuchte den Goldenen Saal 1792 zusammen mit seiner Frau Maria Theresia von Bourbon-Neapel. 1891 war Otto von Bismarck Gast des Augsburger Magistrates, wobei ihm im Goldenen Saal die Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen wurde.
Unterwegs sorgte Jochen Figura mit seinem Akkordeon für die musikalische Unterhaltung und zur gesanglichen Unterstützung.
Der Dehner-Blumenpark in Rain ist immer einen Besuch wert, dies konnten die Ausflugsteilnehmer in sehr anschaulicher Art und Weise feststellen: sei es Erholung und Entspannung oder um neue Ideen oder Anregungen für den eigenen Garten zu finden. Wechselblumenbeete faszinieren die Besucher auf über 2.000 qm mit jahreszeitlichem Blütenflor. Im Anschluss an die Schauanlagen wird auf einem 12.000 qm großen Naturlehrgarten den Besuchern die Schönheit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt näher gebracht. Der Schaugarten mit Gartenelementen aus Asien, dem Mittelmeerraum und England beeindruckt auf besondere Weise. Daneben besteht ein umfangreiches gastronomische Angebot das von den Oberkochenern natürlich entsprechend genutzt wurde, ebenso wie die Einkaufsmöglichkeiten im einzigartigen Stammhaus des Dehner-Garten-Centers.
In der „Frischen Quelle“ in Aalen-Attenhofen fand die abendliche Abschlusseinkehr des gelungenen Ausflugstages statt.
Hö.

170617 Ausflug Augsburg Foto Dehner
Die Ausflugsteilnehmer der Herzgruppe (Foto privat)

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