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InkluSportsCamp in Esslingen - auch nächstes Jahr wieder!

Das InkluSportsCamp begeistert Teilnehmer:innen, Sportexperten, Assistent:innen und das Orga-Team gleichermaßen. Mit neun Sportarten von Baseball bis Tennis konnten die Kinder und Jugendlichen wirklich viel ausprobieren und neue Eindrücke mit nach Hause nehmen. Mit dabei Paralympics-Silbermedaillengewinner Thomas Brüchle, U23 Weltmeisterschaftsdritter Maurice Schmidt und EM-Dritter im Sitzvolleyball Martin Vogel.

Spiel und Spaß stand beim ersten InkluSportsCamp ganz oben auf der Wunschliste. Insgesamt 25 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren nutzten die Gelegenheit sich eine Woche lang einen bunten Strauß an Sportarten auszuprobieren – 9 Sportarten in 4 Tagen!! Ein riesiges Dankeschön geht an alle Helfer:innen, Betreuer:innen und Expert:innen – ihr seid einfach klasse!

Ohne Förderer geht es nicht, daher auch ein herzliches Dankeschön an unsere Hauptsponsoren Stadt Esslingen, Ferry Porsche und Impulse Inklusion sowie die Kooperationspartner: Diakonie Stetten, DRS, Hellas Esslingen, Lebenshilfe Esslingen, McArena, MTV Stuttgart, Stuttgarter Cricket Verein, Tischtennis Baden-Württemberg, VILLA Esslingen, WBRS, WLSB, WSJ, WTB.

Am Montagmorgen pünktlich um 9:00 Uhr geben Daniela Biet und  Ira Ziegler den Startschuss für das erste InkluSportsCamp .  Da das Camp von den beiden Betreibervereinen des Sportparks Weil und der Diakonie Stetten initiiert  ist, lassen es sich Margot Kemmler (Vorsitzende der SV 1845 Esslingen) und Martin Hägele (FC Esslingen) nicht nehmen die anwesenden Teilnehmer:innen sowie deren Eltern  persönlich zu begrüßen.  Danach geht  es endlich los: Unsere Experten für den Bereich „Sicher im Rollstuhl“ Helmut Gensler sowie Mandy, Marcel und Henry Pierer übernehmen das Ruder. Als allererstes erhalten alle, die keinen eigenen dabei haben, einen Rollstuhl. Sicherheit geht vor und das gilt sowohl in der Benutzung der Rollstühle für die verschiedenen Sportarten als auch für die – Gott-sei-Dank eher selten notwendige – Rettung von Rollstuhlnutzern aus dem 1. OG. Gemeinsam wird geübt wie man ergonomisch und sicher vorwärts und rückwärts fährt, bremst, Hindernisse überquert oder umfährt und natürlich auch wie man auf  zwei Rädern fährt. Beim Mittagessen werden die besten Tricks und Tipps ausgetauscht, nochmal kurz mit den Experten abgestimmt und dann direkt ausprobiert. Gleichzeitig ist dieser Einstieg eine gute Gelegenheit für die Assistent:innen sich einen Eindruck davon zu verschaffen, was ihre Partner:innen auf Zeit körperlich und geistig leisten konnten. Und da gab es durchaus die eine oder andere Überraschung. Julius mit seinem E-Rolli ist einer der schnellsten und er sagt ganz deutlich an, wo er Hilfe braucht, was er nicht will und was er gerne ausprobieren möchte, Nico braucht immer sein Tablet bei sich, weil es ihn beruhigt und Ella freut sich riesig dabei zu sein und nutzt Gebärden, wenn sie etwas sagen möchte.

Helmut Gensler, im Deutschen Rollstuhlsportverband zuständig für den Fachbereich Kampfkünste, ist der Experte für Blasrohrschießen und Selbstverteidigung. Damit er sich intensiv um die Selbstbehauptung und Selbstverteidigung kümmern konnte, schult er noch in der Mittagspause das Team im Blasrohrschießen. „Gar nicht so einfach“ stellt Ira Ziegler fest. Zunächst ist das ungefähr 1m lange Blasrohr richtig zu laden, dann soll der Pfeil auf die Zielscheibe geblasen werden. Immer wieder die Mitte zu treffen erweist sich als schwierig. Gleich zwei Akteuren gelingen sogenannte „Robin Hoods“, nämlich mit einem zweiten Pfeil durch den ersten zu schießen. Bei anderen prüft der Experte mit Ruhe, ob denn das Lungenvolumen und der Luftdruck, der erzeugt werden kann,  reichen um den Pfeil auf die Zielscheibe zu befördern. Die Ruhe vor den Zielscheiben wurde plötzlich durch laute „Nein!“,  „Ich will das nicht!“ Rufe gestört. Parallel übt der zweite Teil der Gruppe Selbstbehauptung und auch Selbstverteidigung. Wichtig ist es, zunächst deutlich zu sagen, dass man etwas nicht will und sich Hilfe zu holen. Die Kraft des Angreifers in die eigene Kraft umzuwandeln, und zu erkennen, was man in der Lage ist zu leisten, ist das Ziel. Am Ende der Einheit siegte der Geist über den Körper und die Teilnehmer:innen konnten mit der bloßen Hand Holzbretter zerschlagen. Unglaublich!

Mit Profis geht es auch am zweiten Sporttag weiter. Im Tischtennis stehen bzw. sitzen Paralmypics-Silbermedaillen-Gewinner Thomas Brüchle und seine Frau und Trainerin Annika an der Platte und unterstützen Gabriel Gaa und den Abteilungsleiter Erwin Bär von der SV 1845 Esslingen. Wer bis dahin noch nie probiert einen Schläger gehalten hatte, um Bälle über die Platte zu schießen, kann es im Stehen und im Sitzen ausprobieren.  Die ganz unermüdlichen   „Kids“ fordern  auch den Tischtennisroboter(Ballmaschine) heraus, der die Bälle im Wechsel rechts und links präsentiert und sich immer wieder im Tempo stark steigert.

Engarde – Prêtes – Allez - parallel sind die Fechter:innen der SV 1845 Esslingen auf die Planche. Eine kleine Einweisung in Waffenkunde, Sicherheit, Grundwissen und natürlich in die erlaubten Bewegungen und dann geht  es los. Maurice Schmidt, der sich kurz zuvor bei den Deutschen Meisterschaften gleich 4 Goldmedaillen gesichert hatte, ist begehrt als Experte und auch als Vorbild. Apropos Sicherheit – trotz der warmen Temperaturen legt  jede/jeder Fechtkleidung, Handschuh und Maske an.  Alleine das erfordert schon Höchstleistungen. Highlights sind aber nicht nur die Show-Matches, die sich Thomas und Maurice geliefert haben, sondern auch der Versuch von FCE Vorstand Sven Fries den Tischtennisroboter zu bezwingen.

Nach dem Mittagessen werden die Tischtennisschläge und die Degen gegen etwas größere Schläger getauscht: In kleinen Gruppen geht es zum Tennis und  zum Cricket. Diesmal direkt auf den Tennisplätzen und in der McArena (Freilufthalle). Die wichtigste Aufgabe in beiden Sportarten ist es, mit dem Schläger den Ball zu treffen. Während beim Tennis der Ball über das Netz zum Gegner bzw. möglichst weit weg von ihm landen soll, geht es beim Cricket darum den Ball gar nicht erst hoch zu spielen. Ganz schön kompliziert, wenn man sich an das eine gerade gewöhnt hat. Und gut dass alle Expert:innen so geduldig sind und immer eine Lösung finden, damit auch alle mitmachen können. Mario, Yvonne  - ihr und eure Teams seid einfach klasse!

Am dritten Tag starten die bekannten „großen“  Mannschaftssportarten. Den Auftakt macht Fußball, zu Fuß und im Rollstuhl. Zugegeben,  der Ball für Rollstuhl-Fußball oder auch Wheelsoccer ist ganz schön groß, aber dafür können auch alle mitspielen. Wer den Ball nicht selber spielen kann, darf den Assistenten um Unterstützung  bitten und die spielen gerne mit. Ein ganz schön anstrengender Vormittag in der Sporthalle. Aber auch die Freilufthallen werden benutzt. „Die McArena kann ich nicht so gut nutzen“ muss Mirko feststellen. „Der Flor in der Halle ist relativ weich und lässt die Rollstuhlräder versinken, besser wir laufen hier!“ Deswegen wird in der einen Halle im Rollstuhl Wheelsoccer gespielt und in der anderen ganz normal gekickt.

Am Nachmittag dann der Wechsel zum Volleyball. Martin Vogel, von Haus aus Sportlehrer und Mitglied der Sitzvolleyball-Nationalmannschaft, ließ es sich nicht nehmen, den Teilnehmer:innen höchstpersönlich die Regeln und die Techniken zu erklären. Gar nicht so einfach auf dem Boden rutschend sich vor- und rückwärts zu bewegen und außerdem noch den Ball zu spielen. Geduldig schaut sich Martin um, damit er – unterstützt von der Damenvolleyballmannschaft der SV1845 – allen die richtigen Tipps geben kann. Mal geht es um das richtige Pritschen und Baggern, mal auch darum, wie man möglichst schnell zum Ball rutscht oder einen Ball der zu lang ist, doch noch richtig erwischt. Damit das noch mehr Menschen ausprobieren können, veranstaltet die Volleyballabteilung der SV 1845 Esslingen ein offenes Turnier für alle. Ziel der Aktion ist es Interessierte für ein regelmäßiges Training zu finden.

Ganz schön anstrengend so ein volles Sportprogramm! Vor allem da man/frau ständig neue Impulse bekommt und neue Muskeln benutzt, die vorher noch gar nicht zu spüren waren. Da wäre es nur selbstverständlich, dass der Feiertag auch ein freier Tag ist. Aber weit gefehlt. Das Orga-Team lud ein zum Familiennachmittag. Während die Sonne vom Himmel brennt und tropische Temperaturen mit sich bringt, sind doch fast alle Camp-Teilnehmer:innen mit ihren Familien da. Neben den verschiedenen Sportarten können die Besucher:innen alle Mitmachaktionen und –geräte des Tischtennismobils und Sportmobils der Württembergischen Sportjugend testen. Bei den Fechtern kämpfen ukrainische und deutsche Fechter in allen drei möglichen Waffen gegeneinander und zeigen hervorragende Gefechte. Interessierte finden Ansprechpartner:innen und können an der Stoßwand ihr Können ausprobieren. Wheelsoccer zum Ausprobieren, Fußball und Baseball sowie Tennis sind präsent und Cricket hat sogar einen Spieltag in den Sportpark verlegt. Stolz werden die Eltern und Geschwister auch durch die Sozial- und Gruppenräume geführt. Neben Mittagessen ist hier die Chill-Area für alle, die im Verlaufe des Tages etwas Ruhe oder einfach nur eine Pause brauchten.

Dann war er da, der letzte Tag: Am Morgen war Rollstuhlbasketball angesagt. Dribbeln, Korbwurf, Korbleger …. zu Fuß kein Problem, aber im Rollstuhl? Muss man da auch Dribbeln? Darf ich beim Abspielen fahren? Wie fahre ich eigentlich, wenn ich gleich zeitig den Ball halten muss? Gut dass auch hier Expert:innen da sind, die sich auskennen.  Stergios Mangos (Hellas Esslingen) und Siggi (MTV Wheelers) boten ein buntes Programm und viel Zeit zum Spielen und Ausprobieren an. Und sie finden auch Varianten, damit alle mitspielen können.

Beim Chaosspiel waren dann alle gleichzeitig auf dem Außengelände des Sportparks unterwegs. Es galt eine Spielfigur auf einem Spielplan bis ins Ziel zu bringen. „Lass mich auch mal würfeln, du wirfst ja immer nur 1er und 2er!“ ruft Niklas Moritz zu, aber auch er würfelt nur eine 1. Schon mies, wenn nach dem ersten Wurf plötzlich nur noch fingierte Würfel eingesetzt werden. Es galt Codewörter zu finden, die in einem abgesteckten Areal zu suchen waren. Dann zurück zum Regietisch und bei richtigem Codewort eine Aufgabe lösen – mal sportlich, mal denksportlich. Am Ende sollte dann das Alphabet mit Sportarten aufgefüllt werden. Dabei ging es ordentlich kreativ zu: Quidditch, X-Cross, Yoga und Zumba zeigten, dass auch schwierige Buchstaben beim Sport kein Problem sind.

Und wer wurde bei der Siegerehrung  geehrt?  - Natürlich alle! Denn was waren wir? – Ein Team! Gemeinsam Sport zu erkunden und für alle möglich zu machen, hat einfach viel Spaß gemacht. Übrigens die ersten Anmeldungen für das kommende Jahr haben wir schon. Termin? Der steht noch nicht, aber das ist es egal. Es hat so viel Spaß gemacht, dass alle gerne wieder kommen.

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