Vom 09.06. – 10.06. war die Stuttgarter SCHARRena Ausrichtungsort des Junioren-Länderpokals im Rollstuhlbasketball. Bei der Stuttgarter Premiere unter der Schirmherrschaft von Sport-Bürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann begeisterte die Landeskader-Auswahl von Baden-Württemberg/Rheinland-Pfalz durch mannschaftliche Geschlossenheit und verpasste nur ganz knapp den großen Wurf.
Dramatischer hätte der Spielverlauf im Finale vor knapp 130 Zuschauern nicht sein können. Bis fünf Sekunden vor Schluss war die Mannschaft aus Nordrhein-Westfalen mit vier Punkten in Führung, als ein Drei-Punktewurf des Lokalmatadors im Korb landete. Nach einem taktischen Foul war für die Heimmannschaft noch drei Sekunden Zeit um den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen. Jedoch fand der letzte Wurfversuch nicht sein Ziel und beim Stand von 42:41 war es die Auswahl Nordrhein-Westfalen, die sich ausgelassen über den Sieg beim Länderpokal freuen konnte. Noch in der Gruppenphase (Gruppe B) konnte die von Landestrainerin Katrin Frank gecoachte Mannschaft gegen den späteren Sieger die Oberhand behalten. Im zweiten Gruppenspiel gegen die bayerische Mannschaft zeigten die Lokalmatadore ebenfalls eine sehr überlegene Leistung und kauften Ihrem Gegner von Beginn an beim 57:22 Sieg den Schneid ab.
In der Gruppe A blieb Niedersachsen/Hamburg ungeschlagen und hatte es dann im Halbfinale mit Nordrhein-Westfalen zu tun. Schon hier deutete sich die Nervenstärke des späteren Siegers an. In den letzten 15 Sekunden wechselte vier Mal die Führung, schlussendlich musste sich der Sieger der Gruppe A in einem packenden Spiel Nordrhein-Westfalen mit 41:42 geschlagen geben. Weitaus weniger Probleme hatten die Lokalmatadore beim 47:28- Halbfinalsieg über Hessen.
Den besseren Start ins Länderpokal-Finale fand dann jedoch Nordrhein-Westfalen. Vorbildlich kämpfte sich der Titelverteidiger wieder Stück für Stück zurück ins Spiel. Das erklärte Mannschaftsziel, den Länderpokal vor heimischem Publikum gewinnen zu können, wurde dann nur um Haaresbreite mit dem letzten Wurf bei der 41:42 Niederlage verfehlt. Welchen Stellenwert der Länderpokal im deutschen Rollstuhlbasketball besitzt, wurde unter anderem durch die Anwesenheit des Bundestrainers Nicolai Zeltinger deutlich. „Ich war beeindruckt vom dem spielerischen Niveau. Gerade im Hinblick auf die Paralympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro habe ich einige sehr vielversprechende Nachwuchsakteure gesehen", lobte Zeltinger auch ganz deutlich die gute Arbeit durch die Landestrainer. "Ca. 70% des aktuellen Nationalkaders hat bereits in der Vergangenheit am Junioren-Länderpokal teilgenommen. Das spricht für die Bedeutung und Qualität des Turniers“, so der Bundestrainer weiter.
Für zusätzlich gute Stimmung in der SCHARRena sorgte der Auftritt vom VfB-Maskottchen Fritzle am Final-Tag. So trat Stuttgarts prominentestes Maskottchen beim Shoot-Out unter anderem gegen zwei aktuelle Rollstuhlbasketball-Nationalspieler an. „Wir haben uns gefreut dieses Turnier in Stuttgart ausrichten zu dürfen. Mitentscheidend war für uns, den Sportlern ein behindertengerechtes Sport-Umfeld zu bieten. Mit der SCHARRena als Austragungsort und der Jugendherberge Neckarpark hatten wir dafür die geeigneten Rahmenbedingungen“, verweist Andreas Escher, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit mit Veranstaltungen beim WBRS, auf die Besonderheiten bei der Gestaltung und Umsetzung von Sportveranstaltungen für behinderte Menschen. Rollstuhlbasketball gehört zu den Top-Sportarten im WBRS. Seit Kurzem fördert die Anton & Petra Ehrmann Stiftung Rollstuhlbasketball im WBRS.
Der siebte Rollstuhlbasketball Junioren-Länderpokal fand zum ersten Mal in Stuttgart statt. Ausrichter war der Württembergische Behinderten- & Rehabilitationssportverband e.V. (WBRS). Veranstalter war der Fachbereich Rollstuhlbasketball des Deutschen Rollstuhlsportverbandes e.V. (DRS).

